KEIN SCHMUTZ ZU FREMD

Franz Kafka hat als Autor im „Prozess“ nicht viel Mitgefühl für seinen Protagonisten (selbst Patricia Highsmith zeigt mehr davon in ihren Romanen). Auf jeder Seite lässt er Josef K. irren, fehleinschätzen, in Fallen tappen, den falschen Leuten trauen und falschen Spuren folgen. Mit Kafkas Worten: Er schaut nach links, während der Richter rechts steht. Die Schuld an seiner vertrackten Situation gibt er der Gesellschaft. Dem Staatsapparat, der Korruption, dem undurchsichtigen Gesetz. Was den Priester im neunten Kapitel, der ihm helfen will, schließlich zu dem Aufschrei veranlasst: „Siehst du denn keine zwei Schritte weit?!“ nein, das tut er nicht. obwohl er tatsächlich nur einen Schritt aus seinem System heraustre- …

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