BÜROWÜRSTCHEN – EIN NIEDRIGER CHARAKTER

Der Protagonist des „Prozesses“ ist nichts anderes als ein egozentrisches Bureauwürstchen. Ein Dünnbrettbohrer, berechnend, heuchlerisch, arrogant. Er steckt Menschen in zwei Schubladen: Die Unter- und die Übergeordneten.
Dazu nur einige Beispiele. Die Mutter K.s lebt, alt und grau und schon lange verwitwet, in einer entfernten Stadt – K.s Vater starb früh. Der abwesende Vater ist der einzige Hinweis Kafkas auf einen Grund für die Fehlentwicklung seines Sohnes. Der Protagonist hat sie seit zwei Jahren nicht mehr besucht. Warum? Er ist mit seiner Karriere beschäftigt.
Auch Freunde hat K. nicht, höchstens einen „guten bekannten“, den Staatsanwalt hasterer, einen Wichtigtuer und Machtmenschen. Warum ist er mit ihm befreundet? Weil er nützlich ist für Josef K.s Ansehen in der Stadt.
K. führt jenes asoziale Junggesellenleben, dessen Kafka sich immer wieder selbst bezichtigt hat: schwach, gefühlskalt, und desinteressiert. Er ist …

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